Johannes Hugentobler. Maler, Architekt und Theologe in Appenzell

«Als Kind habe ich im sonnigen Steinbruch Bruchstücke von Ziegelstein in Wasser gerieben und damit auf die hellen Sandsteinplatten rote ungestalte Flecken gemalt. Das geschah mit inniger Freude. Heute weiss ich, dass es das lautere Entzücken an der ‹Magie der Farbe› war. Wie sehr haben Schule, Sünde, Irr- und Aberglauben an das ‹Wissen› und an die ‹Erfahrung›, Überschätzung der ‹Kenntnisse› jene anfängliche, unschuldige Leidenschaft verschüttet. – Jetzt nähere ich mich wieder langsam jenen farbigen Flecken. Gebe Gott, dass ich das Ungestalte von damals überwinde und die Unschuld von damals wieder zurückgewinne.» (Tagebuch, 08.06.1928, Gedanken ABC, Ziegelstein >)

Ohne Johannes Hugentobler (1897–1955) keine farbenfrohe Hauptgasse. Wie kein Zweiter hat der in Staad SG geborene Künstler das Herzstück des malerischen Dorfes Appenzell geprägt. Höchste Zeit, den besonderen Menschen, der von 1928 bis zu seinem Tode 1955 zusammen mit seiner Frau Cilla Dobler und seiner Familie im Schloss Appenzell lebte, kennenzulernen.

Eine kreative Website zeigt die Welt des Künstlers, der seit Studententagen den Übernamen «Qualm» trug. «Staunen Sie über die Vielfältigkeit des Mannes, der Maler, Architekt und auch Theologe war», schreibt der Enkel Johannes Hugentobler, dem der Aufbau der Website zu verdanken ist: «Lesen Sie Briefe, die Maler wie Albert Schenker oder Ferdinand Gehr ihrem treuen Künstlerfreund Qualm geschrieben haben.» Die Website ist eine Fundgrube, in der es sich verweilen lässt.

Qualm >

Abbildung: Tafelbild «Steinegg» >